Dass Spaghetti vor dem Kochen nie zerbrochen werden sollten, ist den meisten Liebhabern der italienischen Küche mehr oder weniger bekannt. Doch warum eigentlich – und brechen sie wirklich nie in zwei Teile?
Spaghetti brechen – das ultimative Kochverbrechen
Spaghetti einfach aus der Packung nehmen, in das kochende Wasser geben und das Ende der Kochzeit abwarten. Und basta! Das wäre's. Keine Wissenschaft an und für sich.
Kommen Sie bloß nicht auf die – für viele Italiener perverse – Idee, die Spaghetti (oder Spaghettis?) zu brechen: Sie würden eines der größten Kochverbrechen nach den strengsten italienischen Kochgesetzen begehen, das ein Italiener Ihnen nie verzeihen würde. Es sei denn, Sie möchten eine Nudelsuppe mit vielen kleinen, in einer Brühe schwimmenden Spaghettistücken zubereiten. Na bitte – buon appetito!
Spaghetti brechen nie in zwei Teile – wirklich nie?
Dass Spaghetti aber nie in zwei Teile zerbrechen können, sondern immer in drei, vier oder sogar sechs Stücke, dürfte den meisten unbekannt sein. Spaghetti brechen stets an mehreren Stellen – jedoch nie in genau zwei Teile. Da schau her!
Die Wissenschaft hinter dem Spaghetti-Bruch
Mit dem Thema haben sich bereits 2005 zwei französische Wissenschaftler befasst: Ein Ding der Unmöglichkeit, sagen Sie? Wie kann es sein, dass sich eine Spaghettistange nie in zwei, sondern stets in mehrere Teile brechen lässt?
Genau das untersuchten Basile Audoly und Sébastien Neukirch vom Pariser Centre National de la Recherche Scientifique (Originalbericht des CNRS): wissenschaftlich bewiesen unmöglich – jedenfalls beim einfachen Biegebruch.

Die beiden Franzosen beschreiben das Biegen und Brechen einer Barilla-Spaghettistange (elastisch, aber spröde) mithilfe der kirchhoffschen Gleichungen der elastischen Stäbe. Wer hätte gedacht, dass man eine derart anspruchsvolle Theorie bemühen muss, um den Bruch einer Spaghetti zu beschreiben? Anscheinend genießen Spaghetti nicht nur bei Italienern einen hohen Stellenwert, sondern auch in der Wissenschaft. Na dann – Prost!
Das Experiment im Bewegtbild
Das untenstehende Bild könnte zart besaitete und hochsensible Menschen leicht verstören. Es sind keine schwingenden oder schwimmenden Würmer, sondern eine zerbrechende Spaghettistange beim französischen Experiment – ein hochinteressantes Vorhaben, auf das die Menschheit gewissermaßen seit jeher gewartet hat.

Selbst experimentieren? Mit Vorsicht!
Liebe Spaghettikochende: Möchten Sie vor Ihrer nächsten Kochaktion das oben beschriebene Experiment selbst durchführen, zögern Sie nicht, Ihrem beeidigten „Italienisch-Übersetzer des Vertrauens” – it-sprachvermittler.de in München – von Ihren Versuchsergebnissen zu berichten. Es besteht jedoch die Gefahr, dass Sie mit Spaghettistücken Ihren Küchenboden beschmutzen. it-sprachvermittler.de übernimmt hierfür keinerlei Haftung 😉


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